Laden-Raum

Ein Raum aus wie aus der Zeit gefallen. Irgendwo zwischen Dritte-Weltladen und Sperrmüll. Ein leerer Raum und doch voll. Ein Raum, in dem sich Menschen ausdrücken können. In Wortkunst, Spontankunst, Gelegenheitskunst, Laienkunst, Echtkunst und keiner Kunst. Eine Installation von Ideen und Interaktion. Behütet und lebendig gemacht von einer zaubrischen Gestalt mit langem Haar.

Hannover-Oststadt, Gretchenstraße 40

 

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Ohne Bach

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„Ohne Bach hätte es die Beatles nie gegeben und sicher auch nicht Kraftwerk.“

Benjamin Biolay, französischer Chansonnier auf Welttournee

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Ohne Bach

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„Ohne Bach hätte es die Beatles nie gegeben und sicher auch nicht Kraftwerk.“

Benjamin Biolay, französischer Chansonnier auf Welttournee

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Wie erotisch ist Hannover?

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Von Berlin wissen wir durch seinen lustigen Bürgermeister, es sei „arm aber sexy“. Da stellt sich die Frage, wie erotisch ist Hannover? Zugegeben, da fällt einem zunächst nichts ein. Doch dann erinnert man sich.

Im seligen Jahr 2009 startete die Landesregierung, beim Versuch der CeBIT neues Leben einzuhauchen, eine gewagte Werbekampagne. Sie sprach von der „Erotikmesse für den innovativen Niedersachsen“. Die Erregung war groß. Nur leider aus der falschen Ecke. Statt Anerkennung gab es Prügel. Die Kampagne musste eingestellt und alle Plakate überklebt werden. Man merkt: Erotik ist in Hannover ein schwieriges Thema.

Nacktheit in der Kunst ist so alt wie die Kunst selbst. Das älteste gefundene Kunstwerk, die Venus von Willendorf, ist eine kleine, knubbelige Tonfigur mit Monsterbrüsten. Sie ist rund 25.000 Jahre alt. Eine dralle Frauengestalt, wunderbar auf ihre erotischen Merkmale reduziert. Dann kam die Antike mit ihren nackten Athleten und heroischen Götterstatuen. Dann kam die Renaissance mit Cranach und Botticelli. Deren Venusbilder sind nichts anderes als gemalte Pin-up-Girls. Dann kam Rubens mit seinen wollüstigen Weibsbildern. Und sofort bis zur Moderne. Die Kunst drehte sich immer um den Eros. Es ist die Lust am Körper, die den Menschen anmacht.

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Hannover erweist sich auch da als eine Stadt wie jede andere. Die Straßen sind voll nackter Kunst. Viele Skulpturen im öffentlichen Raum sind entblößt. Ob alt oder modern, sie zeigen den Eros ihrer Zeit. Das bekannteste Paar steht am Maschsee, fasst sich an den Schultern, ist komplett unbekleidet und blickt (seit 1937) heroisch auf die trüben Gewässer. Die Figuren stammen aus einer Zeit, die wir heute gerne vergessen würden, die aber zumindest einen Sinn für körperliche Ästhetik hatte. Daneben finden wir eine etwas klobige Frauenfigur – mit Armen und Beinen wie Röhren – am Georgsplatz und zwei wunderschön durchmodellierte Mannsbilder vorm Neuen Rathaus (der Bogenschütze) und am Schiffgraben (der Diskuswerfer). Modellathleten, die jeden körperbewussten Mann neidisch werden lassen. Die Reihe der Nackedeis setzt sich mit einer Trias rund ums Stadion fort: Der Maschseeläufer hoch oben auf der Säule (von der das Hakenkreuz abgekratzt wurde, um ihn zu neutralisieren), die Speerträger vor dem Eingang des Stadions (die seltsamerweise geschlechtslos sind) und schließlich die Staffelläufer dortselbst, die ihre Körper anmutig verbiegen im läuferischen Bewegungsspiel.

Wer auf Nippelschau gehen möchte, findet reichlich Material: Da ist der halbentblößte Jüngling vom Höltydenkmal. Da ist der muskelbepackte Schürzenträger vom Duve-Brunnen. Da sind die natürlich die Nanas, eine wahres Konglomerat weiblicher Rundungen. Und da ist die Sphinx hinterm Wilhelm-Busch-Museum, die ihren riesigen Busen vor sich herschiebt, wie eine Film-Diva der 50er Jahre. Warum die Sphinx einen so üppigen Busen trägt, ist eigentlich nicht nachvollziehbar. Ihr Vorbild, das ägyptische Ursprungsmodell, hat nämlich keinen.

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Nicht zu verschweigen die diversen Schönheiten mit entblößtem Busen auf den Friedhöfen unserer Stadt. Überhaupt die Friedhöfe. Dort, wo es eigentlich um die letzte Ruhe geht, tummeln sich die Nackedeis. Nein, nicht die niedlichen Engelchen mit nacktem Po. Da räkeln sich barbusige Frauen auf Grabplatten und unbekleidete Jünglinge strecken ihre Glieder.

Auch die moderne Kunst weiß um das Spiel mit der Erotik: Die Skulptur vor dem VGH-Verwaltungsgebäude gleicht einem stilisierten „Riesenpimmel“. Der Räuber Hanebuth zeigt die Erotik des dickbäuchigen Mannes. Der Mann am hohen Ufer, der ein Pferd führt, trägt keine Hose, dafür aber einen Helm. Er stammt aus dem Jahr 1952 Wahrscheinlich ist dies ein Tribut an die Not der Nachkriegszeit.

Höhepunkt der Nacktschau sind natürlich die Figuren in den Herrenhäuser Gärten. Ein wahres Freiluftballett der Erotik. Ob in Gips oder vergoldeter Bronze, sie strecken ihre Busen frei in die Lüfte, posieren mit ihren athletischen Körpern oder verheddern sich im Liebespiel. Und das unter den Augen von jährlich zigtausenden Besuchern. Da guckt dann die ganze Familie nackte Menschen und denkt sich nichts dabei, während dem Typen aus der Zalando-Werbung sein Pimmel weggepixelt wird. Kunst darf eben das, was Werbung nicht darf. Kunst ist Pornografie. Aber keiner merkt es.

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Stoibers Stammelrede als Schlagzeugsession

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Der junge Musikstudent Jonny König hat jetzt Soibers legendäre Transrapidrede in eine Schlagzeugsession übersetzt. Silbe für Silbe, Äh für Äh nachgetrommelt. Am Schluss setzt König mit fünf coolen Schlägen den finalen Crash: “Weil das ja klar ist.” Einfach mitreißend genial.

http://www.youtube.com/watch?v=9Vg2h_nW0bA&feature=player_embedded

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Atelierrundgang

0607

Am 3. November 2012 feierte sich die kleine Schar Lister Künstler mit einer Werkschau. Zu sehen war eine bunte Mischung an bildhauerischen, grafischen und gemalten Sachen. Initiiert wurde die Veranstaltung von Franz Betz. Die Stadt Hannover hatte das ganze wohlwollend begleitet. Also mal weg von der Hochkultur hin zur Kleinkunst vor Ort. Der Abend war nett aber nicht spektakulär. Zu sehen waren altbekannte Gesichter mit bekannten Arbeiten. Ein vertrautes Vernissagenerlebnis: viel Prosecco, ein aufgeregt umherschwirrendes Künstlervolk, ihre treue Fangemeinde und ein wichtigtuerischer Fotograf, der alle der Reihe nach ablichtete.

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Bach im Licht

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Ein Konzert im hannoverschen Umland, genauer in der Kirche Schloss Ricklingen. Hannover hat zwar viele Kirchen. Aber so richtig schön ist keine davon. Aber im Umland gibt es kleine Perlen. Die Kirche in Schloss Ricklingen ist so eine. Von außen eher unscheinbar, leicht gedrungen, entfaltet sie im Inneren eine unglaubliche Pracht. Barocker Pomp allüberall. Goldene Engelchen, mächtiger Stuck und was sonst noch so zum Kitsch jener Zeit gehörte. Gebaut wurde sie von einem kleinen Landvogt, der sich damit einen Lebenstraum erfüllte und sein ganzes Geld in diese Kirche steckte.

Diesmal hatte man sich eine Licht-Musik-Installation ausgedacht, gefördert von übertgeordneter Stelle. Wohl um das Umland ein bisschen aufzuwerten. Es sollte „Bach im Licht“ geben, mit einer Lichtinstallation der hannoverschen Künstlerin Yvonne Goubier und dem Musikensemble „Alta Ripa“. Die erste Veranstaltung war komplett ausgebucht. Die Tageszeitung brachte es auf der Titelseite. Ich war zur zweiten Veranstaltung dort. Neben mir saß eine junge Mutter mit ihrem Sohn der so „wunderschön Klavierspielen“ konnte. Sie waren auf Empfehlung seines Klavierlehrers da. Der Junge wurde irgendwann entsetzlich müde und konnte kaum das Ende der Veranstaltung abwarten. Die Lichtinstallation fand ich eher enttäuschend. Reine Scharlatanerie. Farbdias die den ganzen Raum in ein buntes Lichtmosaik tauchen, aber ohne Bezug zum Raum oder zum Ablauf des Konzertes.

Die Bude war rappelvoll. Das Musikprogramm interessant aber nicht überwältigend. Wie immer waren die Geigen zu laut. Der Gambist war Weltklasse. Der Mann am Cembalo wirkte ziemlich müde und verbraucht. Insgesamt war die Klassikband viel zu alt. Da fehlte so ein bißchen der Drive. Und Bachs Musik hat eigentlich viel Drive. Die Geigerin hatte sich ein ein Gewand gehüllt das sie ungefähr viermal um ihren mächtigen Körper gewickelt hatte. Das ganze Gewand wippte und schwappte bei all ihren Bewegung ausladend mit. Es wurde gespielt ohne Pause. Das Publikum war überwiegend betagt und nur bedingt sachkundig. Beim Rausgehen schnappte ich eine Bemerkung auf. Da ging es um „Gambas“, was dann sofort von einem Nebenstehenden mit „Gambe“ korrigiert wurde. Der Wein schmeckte, als wäre er auf der Kirchgrund angebaut worden. Ich konnte nicht lange bleiben, ich musste ja noch zurück. Und der Bus fuhr nur einmal pro Stunde. Ich stand also ziemlich alleine an der Bushaltestelle und habe xmal geguckt, ob der Bus auch wirklich im Plan steht. Immer wieder fuhren Autos an mir vorbei, Richtung Hauptstadt, darunter auch der Feuilletonchef der zweiten Tageszeitung. Nachdem die eine einen großen Bericht gebracht hatte, musste die zweite wohl auch Flagge zeigen. Er fuhr wie alle anderen eilig an mir vorbei. Zum Glück kam dann der Bus. Eine halbe Stunde Fahrt bis zur Stadtbahn. Dann noch einmal eine Stunde Fahrt mit dreimal umsteigen und ich war zuhause. Es war ein Erlebnis. Nicht Weltklasse. Aber schon Besonders.

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